Beratung Futons, Naturmatratzen

Futons
Futons / Naturmatratzen aus Baumwolle, Schafschurwolle, Rosshaar, Strohkern, Kapok, Kokosfaser

Bei den genannten Matratzen beschreibt der Name den Inhalt. Verschiedene gute Eigenschaften der natürlichen Rohmaterialien stellen die Eignung als Matratzengrundmaterial dar. Je nach Material bieten sie unterschiedliche Liegeeigenschaften.
Naturmatratzen können, wenn sie gut gemacht sind, wiederaufgearbeitet werden. Weil die Materialien in den verschiedensten Kombinationen verwendet werden, möchten wir hier die einzelnen Materialien und Eigenschaften beschreiben.

Baumwolle

Baumwolle ist ein strauchartiges Malvengewächs. Die Wolle stammt von der aufplatzten Samenkapsel und diente ursprünglich als Windsegel für die Samen. Stoffe aus Baumwolle gibt es seit mehreren tausend Jahren. Baumwolle wird hauptsächlich in Süd- und Mittelamerika, Indien und China angebaut. Baumwolle kann bis zu 65% Ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen. Sie ist sehr reiß- und scheuerfest aber nicht sehr elastisch. Durch Ihre körperfreundlichen Eigenschaften sorgt sie für ein angenehmes, temperaturregulierendes Schlafklima.

Schafwolle

Schafwolle ist ein ökologisch sehr hochwertiger Naturrohstoff. Sie bietet für die Verwendung als Matratzenmaterial einige hervorragende Eigenschaften. Wolle kann bis zu 30% des Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, durch den natürliche Lanolingehalt (Wollfett) auf der Faseroberfläche ist jedoch eine schnelle Trocknung (Verdunstung) gewährleistet. Eine hohe Elastizität (Rückstellvermögen) der gekräuselten Fasern erhält die Bauschfähigkeit wodurch die Wolle besonders atmungsaktiv und luftdurchlässig ist. Die gekräuselten Fasern bewirken ebenfalls einen hohen Lufteinschluss dieser trägt zu einer guten Wärmeisolation bei. Die Wolle besteht aus Eiweißsubstanz welche ein schlechter Wärmeleiter aber ein gute Isolator ist. Durch eine besondere Faserstruktur unterliegt die Schafwolle einem natürlichen Selbstreinigungseffekt. Das Haar ist aus 2 Zellarten aufgebaut, diese haben ein unterschiedliches Quellverhalten bei Berührung mit Wasser oder Dampf. Ähnlich wie ein Bimetall bei Wärmeschwankungen, befindet sich das Haar durch die sich ständig änderte Luftfeuchtigkeit permanent in Bewegung.
Bei Kauf eines Produktes aus Schafwolle ist besonders auf die vorangegangene schonende Verarbeitung zu achten. Das natürliche Wollfett (Lanolin) darf nicht durch chemische Reinigung der Wolle entfernt worden sein. Lanolin ist für viele der genannten Eigenschaften eine wichtige Grundlage.

Rosshaar

Haar von Mähne oder Schweif des Pferdes. Die ca. 30-90cm langen Haare werden gekräuselt und mit Dampf behandelt, dadurch wird eine hohe Sprungkraft erzielt. Rooshaar ist eines der elastischsten natürlichen Fasermaterialien. Die Fähigkeit einen hohen Anteil Feuchtigkeit aufzunehmen ohne sich nass anzufühlen und die körperfreundlichen Eigenschaften machen Rosshaar zu einem gerne eingesetzten Polstermaterial. Aufgrund der Feuchte regulierenden Eigenschaften eignen sich Rooshaarmatratzen besonders für die warme Jahreszeit.
Gute Rosshaarmatratzen können nachgefüllt oder nachgepolstert werden. Da die natürlichen Ressourcen eher gering sind, wird Rooshaar auch oft mit anderen Fasern z.B. mit Kokosfasern gemischt.

Stroh

Für Matratzenfüllungen wird Roggenstroh verwendet. Heute wird das Stroh gepresst und versteppt. Eine reine Strohmatratze ist eine eher feste Angelegenheit. Stroh besitzt eine isolierende Wirkung (Wärmeisolation). Man gesteht diesem Material auch eine abschirmende Wirkung elektromagnetischer Felder zu. Strohmatratzen müssen oft und regelmäßig gut durchgelüftet werden. Denn Feuchtigkeit nimmt den Stroh die Elastizität, es setzt sich dann fester ineinander und wird luftundurchlässig. Stock und Schimmel kann die Folge sein.
Bei Kauf einer Strohmatratze achte man darauf, dass das Rohmaterial aus ökologischem Anbau stammt.

Kapok

Die Kapokfaser ist schon sehr frühen Naturvölkern als Lagermaterial bekannt gewesen. Den Kapokbaum findet man heute wild wachsend in Äquatornähe rund um die Erde. Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts wurde die Kapokfaser als Matratzenfüllstoff und Polstermaterial verwendet. Das Material unterlag jedoch einer starken Verdrängung durch Schaumstoffe und andere synthetische Materialien. Man nennt die Kapokfaser auch Pflanzendaune oder Pflanzenseide. Die Fasern werden aus den Kapokfrüchten gewonnen. Die Früchte werden aufgebrochen und von den trockenen 10-15cm langen Hülsen getrennt. Durch Wind werden die leichten Fasern von den Samen extrahiert und können ohne weitere Behandlung als Füllmaterial verarbeitet werden. Die Faser ist hohl und dadurch sehr leicht, eine Füllung aus Kapokfasern wiegt gegenüber einer Füllung aus Schurwolle 30% weniger. Das Material ist Wasser abweisend aber diffusionsoffen (dampfdurchlässig).
Eine kritische Bemerkung hierzu, einige Anbieter werben mit der Aussage: "Die Kapokfaser enthalte einen Bitterstoff welcher Motten und Milben abwehrt oder fernhält." Diese Aussage ist umstritten, weil sich Milben von Hautschuppen und nicht von den Fasern einer Matratze ernähren. Fragen Sie die Anbieter nach einem wissenschaftlichen Nachweis.

Kokosfaser

Die Kokospalme wächst im gesamten Küstenbereich der Tropen. Die Kokosnüsse werden vor der Reife geerntet, weil die Fasern später stark verholzen. Die Schale wird über einige Wochen in Meerwasser geweicht, damit sich die Fasern lösen lassen. Durch mechanische Bearbeitung werden die Fasern geschmeidig gemacht, gewaschen und getrocknet. Kokosfasern zeichnen sich durch eine sehr hohe Scheuerfestigkeit, Strapazierfähigkeit und gute Isolationseigenschaften aus. In Matratzen wird sie im Kern verwandt, da sie luftdurchlässig und Feuchte regulierend ist.
Da Kokosfaser sehr fest ist, bildet sie dementsprechend auch einen eher festen Kern in einer Matratze der die Druckpunkte gut verteilt.