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Beratung - Fakten rund um die Zirbe

Hintergrund Zirbenwelt

Zirbelkiefer (Pinus cembra) auch Arbe, Arve, Arvenbaum, Zirbe oder Zirbel genannt, ist ein Kieferngewächse (Pinaceae).

Die Zirbe erzählt eine uralte Geschichte. Immerhin sind die ältesten Exemplare heute bis zu 800 Jahre alt. Schätzungen gehen davon aus, dass freistehende Bäume bis zu 1000 Jahre alt werden können.

Von Generation zu Generation gibt man Wissen über die Verwendungen und Anwendungen der Bestandteile sowie Früchte dieses wertvollen Baumes weiter. Seit nun fast 20 Jahren werden die Zirbe und Produkte hieraus immer wieder zum Gegenstand von wissenschaftlichen und privaten Studien gemacht.

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es bereits in jüngerer Vergangenheit universitäre Veröffentlichungen zu der angeblichen Wirkung der Zirbe gegeben hat. Diese Studien sind jedoch aufgrund des Umfanges, der Durchführung sowie der Art der Veröffentlichung wissenschaftlich nicht anerkannt. Sofern wir uns in dieser Broschüre auf diese Studien beziehen, werden wir nochmals auf die mangelnde Wissenschaftlichkeit dieser Studien hinweisen.

Steckbrief Zirbe - ein Überblick

Zirbelkiefer Alpen
Name:Pinus Cembra
Volksmund: Arbe, Arve, Zirbe, Zirbel, Arvenbaum
Ordnung: Koniferen (lat. Coniferales)
Familie: Kieferngewächs (lat. Pinaceae)
Gattung: Kiefern (lat. Pinus)
Art: Zirbelkiefer
  
Wuchshöhe: bis zu 25m
Alter: bis zu 1000 Jahre
Blätter: Büschel mit 5 Nadeln
Frucht: Zirbelnüsse
  
Wuchsform: gerader Stamm, schmale Krone, Altbäume oft tief und kräftig belastet und mehrstämmig bis krummschäftig
Wurzelsystem: Jungbaum = Pfahlwurzel die von Senkerwurzeln abgelöst werden
Borke: grau-braune Farbe, typische Längsrisse
Äste: grau-grüne bis hellgraue Farbe
Holz: leicht, rotbraun gefärbtes Kernholz umgeben von gelblichem Splint (Darrdichte 400 kg/m³, Brinellhärte 15 N/mm²)
Nadeln: 5-11cm Länge
Blütezeit: Mai - Juli, violette weibliche Blütenzapfen, gelblich bis violette männliche Blütenzapfen
Zapfen: 5-9cm lang und 6cm dick, braun - grau -bläulich
  
Verbreitung: Alpenraum (kontinentale Zentralalpen), Karpaten (Ukraine, Rumänien), Hohe Tatra (Slowakei, Polen)
Standort: 1300 - 2850 Meter Höhe
Eigenschaften: frosthart (-50°C) & feuerfest (bis 400°C)
  
Verwendung: Möbelindustrie (Holz), Aromatherapie & Entspannung (Öle), Nahrungsmittel (Liköre, Aromaöle, Zirbelnüsse), Naturheilkunde, Luftraumreinigung und Raumklima (Öle), Bettwaren & Kissen Produktion (Zirbenspähne)
Hinweis: Eine Wirksamkeit der Zirbe in diesen Bereichen ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.


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Wie ist die Zirbe entstanden? Wo kommt Sie her?

Zirbelkiefer Alpen

Der Stammbaum unserer "Königin" Zirbe reicht Jahrmillionen zurück. Sie gehört zur Familie der Nacktsamer. Nacktsamer sind Pflanzen, deren Samen nicht in einer Frucht eingebettet sind, sondern in offenen Fruchtständen liegen.

Vor etwa 300 Millionen Jahren, als die Erde noch ca. 6° heißer und der Kohlendioxidgehalt fünfmal höher war als heute, entstanden mit diesen ersten Bäumen und Riesenschachtelhalmen die frühen Vorfahren unserer heutigen Baumarten. Im feucht – heißen Klima des Carbon (Kohlezeitalter) wandelten sie die Atmosphäre weiter und banden unvorstellbar große Mengen an CO², die wir heute als Steinkohle bewundern können.

Nicht selten werden in diesen Überbleibseln Versteinerungen von Bäumen und Pflanzenstrukturen sichtbar. Schon hier ein erstes Merkmal des Holzes. Da stellt sich doch die Frage, ob wir unser aktuelles Klimaproblem nicht auch mit Wäldern lösen könnten? Aber nun zurück zum Stammbaum. 100 Millionen Jahre später als gigantische Lebewesen, die Dinos, schon die Erde bevölkerten, zweigte sich der Stammbaum und die Gattung Pinus entstand aus den Nacktsamern. Später entstanden im Bereich des heute versunkenen Kontinentes Beringia rund um den Nordpol Arten wie Tannen- und Kieferngewächse. Sie sind im Norden geboren und bis heute typische Vertreter der nördlichen Hemisphäre. Es gibt ca. 110 verschiedene Pinusgewächse.

Die Entstehung unserer heutigen Zirbe ist nicht genau belegbar. Man geht aber von einem Zeitbereich deutlich vor der letzten Eiszeit aus.



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Die Zirbe, wie wir sie kennen, entstand ca. vor 17.000 Jahren....

Zirbelkiefer Alpen

Die großartige Erfolgsgeschichte der Familie Pinus beruht auf einigen äußerst vorteilhaften Eigenschaften und einem geschickten Netzwerken. Gerade die Zirbe hat es verstanden, diese Eigenschaften zur Perfektion zu treiben und kann dadurch die unwirtlichen Höhelagen der Alpen bewohnen.

Die Nadeln des Pinusgewächses sind mit Wachs überzogen und betreiben eine wassersparende Photosynthese. Sie haben einen minimalen Wasserbedarf und können dadurch sehr trockene Standorte bewalden. In der Keimlingsphase und im Frühstadium verwenden Sie alle Energie zur Ausbildung der Wurzeln, deshalb wachsen kleine Zirben nur sehr langsam. Im Wurzelgeflecht bilden sie eine symbiotische Nahrungsgemeinschaft mit Pilzen. Die Pilze erschließen und führen dem Baum Nährstoffe z.B. Phosphate und Stickstoff zu, im Gegenzug erhalten sie Kohlenhydrate (Traubenzucker).



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Robuste & feuerfeste Schönheit

FIRE...

Zirbelkiefer Feuer

Viele Nadelbäume und so auch die Zirbe sind feuerresistent. Die dicke, borkige Rinde kann einige Zeit einer Temperatur von bis zu 400° standhalten und die darunter liegenden Gewebe schützen. Die vielen langen Nadeln brennen zwar gut aber schützen die tiefer liegenden Knospen damit nach dem Brand ein schneller, frischer Austrieb erfolgen kann. Zirbennüsse keimen besonders gut auf verbranntem Boden. Die Zirbe verfügt gegenüber anderen Pinusarten über einen besonderen Wasserhaushalt im Holzgewebe, der es ermöglicht extrem tiefe Temperaturen unbeschadet zu überstehen. Entgegen der normalen Kiefer findet sich kaum flüssiges Harz und keine Harzgallen im Holz der Zirbe. Denn ein solch hoher Flüssigkeitsgehalt würde den Baum durch die Ausdehnung gefrierenden Wasser bei starkem Frost aufsprengen.

... AND ICE

Zirbelkiefer Eis

Die Zirbe hat sich an extrem raue klimatische Standortvoraussetzungen angepasst. Trockenheit, starker Wind, Frost und Blitzschlag setzen Ihr häufig zu. Sie trotzt diesen Bedingungen mit stoischer Ruhe und großer Lebenskraft. Die Zirbe ist die Mutter einer ganzen Waldgemeinschaft. Sie kämpft mit den rohen Urkräften der Natur und birgt eine große, helle Lebensenergie die sie gerne teilt.



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Wie kam die Zirbe in die Alpen?

Zirbelkiefer Tannenhäher

Der historische Weg der Zirbe aus den nördlichsten Regionen auf die Alpenspitzen steht in direkten Zusammenhang mit den klimatischen Epochen und Ereignissen. Alle Bäume bevorzugen gewisse Klimata. Manche haben ein etwas breiteres Wohlfühlspektrum andere ein etwas schmaleres. Unsere Königin ist da etwas speziell und mag es lieber frischer. Die größere Schwester unserer Königin ist die sibirische Zirbe (Pinus sibirica). Sie ist ein wichtiger Baum auf riesigen Flächen in den Wäldern des Ural und des Altaigebirges. Man geht heute davon aus, dass sie spätestens mit der letzten Eiszeit in das Wiener Becken und die ungarische Tiefebene gewandert ist. Ja, Sie lesen richtig, Zirbenwälder im Flachland, es war halt schon sehr frostig damals. Mit dem Ende der letzten Eiszeit, der langsamen Erwärmung und dem Abschmelzen des Eises begann Sie den Aufstieg in die Berge. Sie kletterte höher und höher. Dabei hat sie fleißige Helfer - wie ihren Freund, den Tannenhäher.

Ein gutes Netzwerk ist alles...

Wie schon erwähnt ist unsere Königin eine wahre Meisterin im Netzwerken und pflegt seit Ewigkeiten eine lebendige Co – Existenz mit einem sehr fidelen Partner. Der Tannenhäher ist Ihr treuer Freund und erntet unglaubliche Mengen an Zirbelnüssen aus den Zapfen. Ein Einzelner dieser starenähnlichen Vögel aus der Familie der Raben sammelt bis zu 10.000 Zirbensamen pro Jahr und versteckt einen großen Teil davon für die schlechten Jahreszeiten in Felsspalten und unter Steinen. Den größten Teil seiner Verstecke findet der lustige Geselle mit seiner krächzenden Stimme sogar wieder. Aber ca. 10% der versteckten Samen können auf diese Weise an neuen Orten keimen. Zirbelnüsse sind auch nicht gerade leicht, eine Verbreitung durch Wind und Wetter ist deshalb ausgeschlossen, nur ein kräftiger Vogel, ein Hörnchen oder ähnliche Helfer können den Samen weit vom Baum wegtragen. So hilft der Tannenhäher stets fleißig und fröhlich seiner Nahrungsspenderin bei der Verbreitung und Ansiedlung an neuen Orten.

...immer höher

Dies kann man auch sehr schön in vielen Alpenregionen beobachten. Aufgrund der schnellen klimatischen Veränderungen haben sich in den letzten Jahrzehnten die Alpengletscher weit zurückgezogen. Was auf diesen Flächen bleibt sind temporär vegetationsfreie Schotter- und Gesteinshalden. Nimmt man sich die Zeit und schaut die Baumgrenzregionen genauer an, wird leicht erkennbar, dass der Baumbestand an den Hängen von unten nach oben immer jünger wird und sich junge Lärchen und Zirben in immer höheren Bereichen erkennen lassen. Der Tannenhäher trägt also die Samen den Berg hinauf und das mildere Klima lässt die Zirbepopulation immer höhere Bereiche erklimmen. Das ist ein gutes Zeichen, denn so wächst auf die natürlichste Art und Weise ein Schutzwald der die Hänge sichert und Gesteins- sowie Schneelawinen verhindert.



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Wie kann ich Zirbe und Kiefer unterscheiden?

Zirbelkiefer Baum

Der einfachste Weg die beiden Verwandten zu erkennen sind die Nadelbüschel. Die uns Deutschen bekannte Kiefern hat immer ein Paar welches aus einer Knospe kommt. Die Zirbe hat dagegen immer 5 Nadeln in einem Büschel. Je nach Standort wird die Kiefer bis zu 45m hoch während die größten Exemplare der alpinen Zirbe nur ca. 25m erreichen. Der dritte offensichtliche Unterschied sind die Zapfen. Die Zapfen der Zirbe sind oft bläulich-violett und werden bis zu 9cm lang und 7cm breit und können damit ziemlich groß werden. Die Kiefer dagegen hat etwas kleinere Zapfen brauner Farbe.



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Wo wächst die Zirbe heute?

Zirbelkiefer Alpen

Größere Bestände an Zirbe gedeihen ausschließlich in der subalpinen Zone ab ca. 1.500m über Null. Das Areal reicht von den französischen Seealpen bis nach Slowenien. Die größten Vorkommen unserer Zirbe liegen in den Zentralalpen. Im Engadin, im Wallis, im Ötztal, im Zillertal in einigen Südtiroler Gebieten. Kleinere Vorkommen gibt es auch in der hohen Tatra sowie in den Karpaten.



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Wie schmeckt die Zirbe?

Zirbelkiefer Kerne

Der ureigene harzige, waldige Geruch der Zirbe legt sich auch im Geschmack nieder. Ihre Erzeugnisse können ohne Bedenken bei Menschen jeden Alters genutzt werden. Ihre Erzeugnisse können sogar zum Verzehr und der Verfeinerung von Speisen genutzt werden. Beachten sollte man lediglich, dass man nur Öle in Lebensmittelqualität verwendet und das die Öle der Zirbe hochkonzentriert sind, sodass man nur wenige Tropfen braucht, damit sich der Geschmack voll entfaltet.



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Warum wächst die Zirbe nicht bei uns im Wald?

Zirbelkiefer Wald

Grundsätzlich würde die Zirbe auch an vielen Standorten in etwas flacheren Regionen gedeihen, die für ein frisches Klima bekannt sind, jedoch ist das Wachstum so langsam dass sie von anderen schnell und höher wachsenden Baumarten verdrängt würde. Weil Sie so langsam wächst ist die Ertragskraft für die Forstwirtschaft entsprechend gering, so dass sie forstwirtschaftlich nicht von Interesse ist, da unsere Wälder seit Jahrhunderten forstwirtschaftlich angelegt und aufgebaut sind, ist kein Platz für sie im Flachland.